Als Christen Angst abbauen
Es kann berechtigt sein, den Islam als Bedrohung anzusehen. Es lässt sich nicht wegdiskutieren, dass der Koran dazu anleitet, Frauen zu schlagen und Andersgläubige zu ermorden. Und doch nützt es wenig, bei der Angst stehen zu bleiben. Das machte auch der Medientag der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) in Aarau deutlich (Seite 4). Dort wurde nach Ansätzen gesucht, wie christliche Medienschaffende mit der «Herausforderung Islam» umgehen sollen. Vier Punkte können helfen, Angst abzubauen.
Demokratische Grundwerte: An den demokratischen Grundfesten des Westens darf nicht gerüttelt werden. Muslime müssen akzeptieren, dass wir zwischen Staat und Religion trennen. Dass die Pressefreiheit auch dann gilt, wenn Mohammed karikiert wird. Oder dass Mann und Frau gleichberechtigt sind. Allerdings dürfen wir nicht vergessen, dass die Religionsfreiheit auch für Muslime gilt. Deshalb müssen wir ihrem Glauben mit Respekt begegnen. Ob die Religionsfreiheit auch das Recht auf ein Minarett beinhaltet, bleibe dahingestellt. Hier hatte der Islamwissenschaftler Andreas Maurer mit seiner Aussage am Medientag wohl nicht ganz Unrecht: «Ich würde nicht allzu viel Zeit und Energie dafür verschwenden, Unterschriften zu sammeln und Protest-Komitees zu bilden.» 
Starke eigene Identität: Angst vor dem Fremden müssen jene mit einer schwachen eigenen Identität haben. Leider gilt das auch für die Schweiz und die anderen Länder des Westens. Ein klares Bekenntnis zum Christentum wird gleich als konservativ oder gar fundamentalistisch angesehen. Dabei würde es uns mehr als gut tun, wieder zu den Werten der Bibel zu stehen.
Bereitschaft zum Dialog: Angst existiert vor allem dann, wenn man sich nicht genauer kennt. Deshalb ist es unverzichtbar, den Dialog zwischen Christen und Muslimen zu verstärken. Auch wenn er etwas zu allgemein und schönfärberisch tönt, ist der Schlusssatz des Medientags doch beherzigenswert: «Wir wollen ehrlich miteinander umgehen und akzeptieren uns auch in den Widersprüchen.»
Wissenslücken füllen: «Wir haben ein Wissensproblem», sagte Bundeshausredaktor Markus Häfliger in Aarau. Wer weiss schon, was der Islam wirklich bedeutet und will? Meist wissen wir nicht mehr als das, was uns durch die Medien vermittelt wird. Informationen aus erster Hand könnten helfen. Ich selber habe mich jedenfalls noch nie intensiver mit dem Koran beschäftigt. Und ich habe auch noch nie eine Moschee von innen gesehen. Das will ich ändern.
DAVID
SOMMERHALDER
Der Autor ist Redaktor des Internetportals «Livenet» und redaktioneller Mitarbeiter von «idea».
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